Jürgen Vogel

Gefragter Schauspieler: Jürgen Vogel. Vergrößern
Gefragter Schauspieler: Jürgen Vogel.
Fotoquelle: cinemafestival/shutterstock.com
Jürgen Vogel
Geboren: 29.04.1968 in Hamburg, Deutschland

Als Jürgen Vogel im Alter von neun Jahren Fotos für Kindermode macht, lebt er mit seinen Eltern und drei Geschwistern in Hamburg. Der Vater arbeitet als Kellner, und seine Mutter ist Hausfrau. Als 16-Jähriger wird er von Volker Maria Arend für den Film "Kinder aus Stein" entdeckt. Von da an heißt es "learning by doing", denn Jürgen Vogel hält es nicht länger als einen Tag an der Schauspielschule in München aus. Sie erscheint ihm trocken und weltfremd.

1992 wird er einem breiten Kinopublikum bekannt, wie er in "Kleine Haie" vor einer verdutzten Prüfungskommission brilliert, weil er im Gegensatz zu den anderen nichts spielt, sondern wirklich "ist". Der Regisseur Wolfgang Becker sagt über ihn: "Es ist eine Leistung, dass er sich seine Klarheit und seine Haltung bewahren konnte, obwohl er eine Unmenge an Filmen gemacht hat. Darum muss man kämpfen."

"Angry young man"

Der Schauspieler gilt als der "angry young man", der den Mund aufmacht, der nicht nach Kritikerlob heischt und unbequem ist, wenn es sein muss. Im Alter von zwanzig Jahren wird Jürgen Vogel Vater einer Tochter, um die er sich, trotz Trennung von der Mutter, kümmert. Die Figuren, die Jürgen Vogel in seinen Filmen verkörpert, sind keine Helden, sie besitzen keinen außergewöhnlichen Mut, verfolgen keine hehren Ziele und verfechten auch keine ganz besonderen Ideen. Es sind authentische Figuren, Menschen, die durch das Leben stolpern, hinfallen, wieder aufstehen, liegen bleiben. Vogels Repertoire erinnert an ein Straftatenregister bei der Polizei, er ist Dealer, Mörder, Kidnapper, Autoschieber und vieles mehr.

In "Dann eben mit Gewalt" ist er ein faschistoider Gymnasiast, der nur mit Gewalt und Distanzlosigkeit agiert, der andere Menschen terrorisiert und bereit ist, deren Leben zu ruinieren. Ähnlich zerstörerisch verhält sich der fanatische Fan des Fußballclubs Hansa Rostock in "Schicksalsspiel" (1993), der versucht, die Liebe seiner Schwester zu einem Anhänger des verfeindeten FC St. Pauli zu verhindern. Irgendwo am Rande der Wiedervereinigung herrscht Krieg, da hat die Liebe keinen Platz. Jürgen Vogel spielt diese Figuren mit soviel Hass auf alles um sie herum, dass man die Bereitschaft, alles niederzumachen, was ihnen in die Quere kommt, förmlich spürt. Gleichzeitig entlarvt der Schauspieler jeden Faustschlag, jede Schimpftriade als Reaktion auf eine widrige Umwelt, als Konsequenz einer verheerenden Kindheit. Er macht Gefühle sichtbar, die unter einer knallharten Oberfläche brodeln.

Manchmal spielt Vogel diese Unfähigkeit pur

Es sind Charaktere, die sich am Rande eines tiefen Abgrunds bewegen. In dem Fernsehfilm "Angst" ist der Abgrund die Vergangenheit seiner Frau, die vom eigenen Vater geschlagen, missbraucht und geschwängert wurde. Jürgen Vogel in der Rolle des liebenden Ehemannes und Vaters, der von einem kleinen Glück träumt. Ganz das Gegenteil der harten Jungs, die man von ihm kennt, aber wieder eine Figur, die von der Verzweiflung getrieben zu einer verheerenden Tat schreitet: Er ermordet den Vater seiner Frau, als er aus dem Gefängnis kommt, um sie von ihrer panischen Angst zu befreien, um sie und seine Kinder zu schützen. Gewalt ist aber nur die äußere Form, hinter der eine Seele verborgen ist, sie lenkt ab von der Unfähigkeit, Gefühle zu zeigen. Manchmal spielt Vogel diese Unfähigkeit pur, beispielsweise in "Ausgerechnet Zoé" (1994), als junger Mann, der ein Verhältnis mit einem aidskranken Mädchen anfängt (Nicolette Krebitz, mit der Jürgen Vogel schon mehrmals vor der Kamera stand). Auch der Kaufhausdetektiv in "Die Schamlosen", der nicht in der Lage ist, eine Beziehung zu einer Frau aufzubauen und eine verbotene Liebe mit seiner Schwester unterhält, scheitert letztendlich an der eigenen Unfähigkeit, wirklich und ehrlich zu lieben.

Vogel schafft klare Charaktere, sie machen deutlich: Es gibt Erlebnisse, die die Menschen zu dem machten, was sie sind. Ohne zu psychologisieren, ohne einen Wortschwall von Deutungen, erklären die Haltung, der leicht gehetzte Blick, die unbeherrschte Stimme und ein Gesichtsausdruck, in dem sich vergangene Erlebnisse, Wut und Ängste widerspiegeln, das Verhalten der Personen. Ob jugendlicher Krimineller, Schauspielschüler oder Liebhaber in einer wild eskalierenden Dreiecksbeziehung ("Stille Nacht", 1995), immer sind es gebrochene Charaktere, die verzweifelt versuchen, einen Platz im Leben zu finden.

Großer Durchbruch mit "Kleine Haie"

Der große Durchbruch für Vogel kam mit seiner Darstellung in dem Kinofilm "Kleine Haie". Ein junger Mann, der etwas ziellos einen normalen Alltag bewältigt, der seine Träume und seine Phantasien in Form kleiner Geschichten notiert und sein Geld in einer Großküche verdient. Seine Freundin verlässt ihn, weil sie der festen Überzeugung ist, dass ja doch nichts aus ihm werde. Der Regisseur Wolfgang Becker knüpft an "Kleine Haie" an, wenn er seinen Film "Das Leben ist eine Baustelle" (1996) ganz auf Vogel hin anlegt und den Schauspieler wegbringen will von der Darstellung des ewig jugendlichen Delinquenten.

Haben alle bisherigen Filme bereits gezeigt, wie lebendig, gefühlvoll und auf seine Art unromantisch, unverklärt der Schauspieler die von ihm verkörperten Charaktere rüberbringt, so wächst das Ganze hier zu einer sehr nuancierten, detailgetreuen Darstellung zusammen, in der jede Regung, jeder Atemzug ganz behutsam etwas über den Menschen erzählt. Schon früher haben Wolfgang Becker und Jürgen Vogel zusammengearbeitet, einen SFB-Tatort ("Blutwurstwalzer", 1991) wollte der Regisseur nur dann realisieren, wenn er dafür Jürgen Vogel bekommen würde. Fasziniert ist der Regisseur vor allem davon, wie der Schauspieler arbeitet. "Jürgen ist ein kluger Schauspieler, der die Sachen reflektiert, der, wenn es darauf ankommt, auch ein Ganzkörperschauspieler ist. Oftmals hat er den richtigen Instinkt und kann sich fallen lassen."

Weitere Filme mit Jürgen Vogel: "Rosamunde" (1989), "Tatort - Rendezvous" (1990), "Die Mediocren", "Die Männer vom K3 - Tanz auf dem Seil" (beide 1993), "Unschuldsengel", "Babyfon - Mörder im Kinderzimmer", "Einer meiner ältesten Freunde", "Polizeiruf 110 - Kiwi und Ratte", "Wachtmeister Zumbühl" (alle 1994), "Am Morgen danach", "Polizeiruf 110 - 7 Tage Freiheit", "Rosa Roth: Verlorenes Leben" (alle 1995), "Buddies - Leben auf der Überholspur", "Komm zurück, sexy Sadie", "Kindermord", "Polizeiruf 110 - Kleine Dealer, große Träume" (alle 1996), "Das Mambospiel", "Die Apothekerin", "Fräulein Smillas Gespür für Schnee", "Umarmung mit dem Tod", "Der Pirat" (alle 1997), "Ein großes Ding" (1998), "Zornige Küsse" (1999), der mit dem Publikumspreis der Marler Gruppe bei der Grimme-Preis-Verleihung 2001 ausgezeichnete Politthriller "Das Phantom", "Manila" (beide 2000), "Emil und die Detektive", "Sass" (beide 2001), "Nackt", "Karlsson vom Dach" (Stimme), "Scherbentanz", "Der Freund meiner Mutter", "Tatort - Flashback", "Die Geisel", "Der Aufstand" (alle 2002), "Poem", "Rosenstraße", "Mein Name ist Bach" (alle 2003), "Die Kirschenkönigin", "Außer Kontrolle", "Tatort - Der vierte Mann" (alle 2004), "Barfuß", "Keine Lieder über Liebe", "Tatort - Wo ist Max Gravert?", "Das geheime Leben meiner Freundin" (alle 2005), "Emmas Glück", "Der freie Wille", "TKKG - Das Geheimnis um die rätselhafte Mind-Machine", "Mutterglück", "Ein Freund von mir", "Wo ist Fred?", "KDD - Kriminaldauerdienst: Auf schmalem Grat" (alle 2006), "Die Schatzinsel", "Keinohrhasen", "Alte Freunde" (alle 2007), "Duell in der Nacht", "Die Welle","KDD - Kriminaldauerdienst: Am Abgrund" (alle 2008), "Männersache", "Zwölf Winter", "Wickie und die starken Männer", "This is Love", "Schwerkraft" (alle 2009), "Boxhagener Platz", "Die kommenden Tage", "Tod in Istanbul" (alle 2010), "Hotel Lux", "Die Stunde des Wolfes" (beide 2011), "Gnade", "Das Adlon - Eine Familiensaga", "Tod einer Polizistin", "Quellen des Lebens" (alle 2012), "Ostwind", "Ein starkes Team - Die Frau im roten Kleid", "Rosa Roth - Der Schuss" (alle 2013), "Stereo" (2014), "Ostwind 2" (2015).


Zur Filmografie von Jürgen Vogel
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