Edwardas Haus im heutigen Platerówka

Aber das Leben geht weiter

KINOSTART: 19.05.2011 • Dokumentarfilm • Deutschland (2011) • 104 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Aber das Leben geht weiter
Produktionsdatum
2011
Produktionsland
Deutschland
Laufzeit
104 Minuten
Schnitt

Juni 1946, Niederlinde, ein Dorf 25 Kilometer östlich von Görlitz: Die Bauernfamilie Queißer wird vertrieben, muss ihren Hof, den sie seit Generationen bewirtschaftet, endgültig verlassen. Der Hof geht nun in den Besitz der Familie von Edwarda Zukowscy über. Diese hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine Jahre andauernde Flucht hinter sich, denn bereits 1940 wurde sie von der sowjetischen Armee aus ihrem Dorf in den ehemaligen Ostgebieten Polens vertrieben und nach Sibirien zur Zwangsarbeit deportiert. Nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion amnestierte Stalin ie in den Lagern inhaftierten Polen, Edwardas Familie verschlug es nach Kirgistan. Nach Ende des Krieges bekam sie den Marschbefehl, sich in dem niederschlesischen Dorf Niederlinde einzufinden. Ihrerseits ihrer eigenen Heimat beraubt, sollte sie nun mit dem Hof der Familie Queißer entschädigt werden. Ein Jahr lang noch lebten die Queissers zusammen mit dem Vater Edwardas auf ihrem Hof. Das Zusammenleben war äußerst schwierig, aber geprägt von seltenem menschlichen Mitempfinden. Dann mussten die Queißers Niederlinde, inzwischen Platerówka, verlassen. Sie flüchtete in den Westen und landete schließlich in Syke bei Bremen.

Geschichte von unten, fernab der großen Politik, zeigt das Filmemacher-Duo Karin Kaper und Dirk Szuszies ("Resist") in seinem bewegenden Dokumentarfilm "Aber das Leben geht weiter". In einer Art deutsch-polnischer Vergangenheitsbewältigung erzählen sie die Geschichte zweier Familien, deren Leben jeweils von Flucht und Verlust der Heimat geprägt ist. Regisseurin Karin Kapper ist von der Thematik persönlich betroffen, ist ihre Mutter Ilse Kapper, die Super-8-Aufnahmen beisteuerte, doch eines der sieben Kinder der Bauernfamilie Queißer, das die Vertreibung persönlich erlebte. Ohne erhobenen Zeigefinger und ohne Parolen der Vertriebenenverbände zu verbreiten, berücksichtigen Kapper und Szuszies nicht nur diese wichtigen historischen Aspekte, sie werfen auch ein Licht auf die Entwicklungen der Nachkriegszeit bis heute. Dabei lassen sie die betroffenen Frauen zu Wort kommen, die den Kräften auf beiden Seiten eine Absage erteilen, die neue Gräben zwischen den beiden Völkern aufreißen möchten.

Foto: Karin Kaper

Weitere Darsteller

BELIEBTE STARS

Nicht ganz so erfolgreich wie sein Vater: Jared Harris.
Jared Harris
Lesermeinung
Längst über die Grenzen Deutschlands bekannt: Daniel Brühl
Daniel Brühl
Lesermeinung
Schon lange in Hollywood angekommen: Rade Serbedzija
Rade Serbedzija
Lesermeinung
Rita Russek spielt oft Dauerrollen
Rita Russek
Lesermeinung
Schauspieler mit Wrestling-Vergangenheit: Dwayne "The Rock" Johnson.
Dwayne Johnson
Lesermeinung
Andreas Hoppe als Tatort-Kommissar Mario Kopper
Andreas Hoppe
Lesermeinung
Spielt gern den harten Kerl: Vin Diesel.
Vin Diesel
Lesermeinung
War auch als Rap-Sänger erfolgreich: Mark Wahlberg.
Mark Wahlberg
Lesermeinung
Sunnyboy und Oscar-Preisträger aus Wales: Christian Bale.
Christian Bale
Lesermeinung
Gab sein Leinwand-Debüt bereits 1977: Mel Gibson.
Mel Gibson
Lesermeinung
Wuchs in Cambridge, Massachusetts auf: Ben Affleck.
Ben Affleck
Lesermeinung
Erst Model, dann DJ, dann Film- und jetzt Serienstar: Lorraine Bracco
Lorraine Bracco
Lesermeinung
Eine der ganz großen deutschsprachigen Darstellerinnen: Senta Berger
Senta Berger
Lesermeinung
Längst schon kein Kinderstar mehr: Mia Wasikowska
Mia Wasikowska
Lesermeinung