Enzo liebt Denny (Milo Ventimiglia) und die Gerüche des Rennsports, das Öl, das Benzin, den Gummiabrieb der Reifen.
"Enzo und die wundersame Welt der Menschen"  ist eine Geschichte, die aus dem Blickwinkel eines Hundes erzählt ist.

Enzo und die wundersame Welt der Menschen

KINOSTART: 03.10.2019 • Komödie • USA (2019) • 109 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
The Art of Racing in the Rain
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
USA
Budget
18.000.000 USD
Einspielergebnis
33.766.787 USD
Laufzeit
109 Minuten
Regie

Filmkritik

Die Kunst, im Regen Rennen zu fahren
Von Peter Osteried

Nach den Abenteuern von "Bailey" ist es nun Enzo, den man durchs Leben begleitet, auch wenn die Geschichte nur so vor Klischees strotzt. Aber zu Herzen geht die Story um den besten Freund des Menschen auf jeden Fall.

Der Golden Retriever Enzo erzählt zu Beginn des Films, dass er einmal eine Dokumentation über die Mongolei gesehen hat. Dort glaubt man, dass Hunde nicht einfach nur sterben, sondern, wenn sie gut genug waren, als Menschen wiedergeboren werden. Natürlich erinnern sie sich nicht an ihr Hundeleben, aber Enzo, der diese Geschichte gerne glauben möchte, hat sich fest vorgenommen, sich an sein vorheriges Leben zu erinnern, wenn der Tag kommt, da er wiedergeboren wird. Bis zu diesem Tag begleitet er sein Herrchen Denny (Milo Ventimiglia) durchs Leben.

Denny ist ein Rennfahrer, der den Hund als Welpen eher zufällig findet und mit zu sich nimmt. Er nennt ihn Enzo – nach Enzo Ferrari. Und er nimmt ihn mit zu den Rennen. Wenn Dennys Wohnung ihrer beide Zuhause ist, dann sind die Rennstrecken ihr Leben. Beide brennen dafür. Enzo bewundert sein Herrchen und kommentiert das Leben um sich herum – mal lakonisch, mal traurig, mal witzig, aber immer ziemlich auf den Punkt.

Die Geschichte ist aus Enzos Sicht erzählt. Durch seine Augen erlebt man mit, wie das Leben sich verändert, wie Denny sich verliebt, wie Enzo am liebsten möchte, dass sich nichts ändert, wie Dennys Frau Eve (Amanda Seyfried) schwanger wird und wie die Familie um die kleine Zoe (Ryan Keira Armstrong) anwächst. Enzo ist von dem Familienneuzugang hin und weg. Er liebt Zoe, wie er Denny liebt, aber er erkennt auch, dass der Familie Schweres bevorsteht. Doch was kann er schon tun? Er ist ein Hund, er kann nicht reden, er kann nicht auf die tückische Krankheit verweisen, die ihrer aller Leben aus der Bahn werfen wird.

Tränen sind garantiert

Der Film basiert auf Garth Steins Roman "Enzo oder Die Kunst, ein Mensch zu sein". Sowohl Roman als auch Film erzählen eine Geschichte, die alles andere als originell ist. Das wird sie nur, weil das eigentlich vor Klischees nur so strotzende narrative Gerüst aus einer ungewohnten Perspektive betrachtet wird. Natürlich erlebt der Hund damit eine Vermenschlichung, die den Film ins Reich der Fabeln eingehen lässt, aber wenn man sich darauf einlässt, dann funktioniert das ganz gut. Zumal Enzo immer wieder Dinge sagt oder tut, die Hundebesitzern durchaus bekannt vorkommen werden. In erster Linie wendet sich "Enzo und die wundersame Welt der Menschen" an ein Publikum, das in Hunde vernarrt ist, der Film funktioniert aber bestimmt auch für Katzenliebhaber.

Im Original leiht Kevin Costner Enzo seine Stimme, im Deutschen hat man erfreulicherweise auf Experimente verzichtet und Costners Synchronsprecher Frank Glaubrecht geholt, der damit dieselbe Wärme einbringt, die man eben bei Costner erwartet. Es liegt an diesen tollen Schauspielern, aber auch am Hund – im Film von drei verschiedenen dargestellt -, dass man sich hier gut unterhalten fühlt, zumal die komplette Klaviatur der Gefühle bedient wird.

Man müsste schon ein Stein sein, würde man sich von diesem Film nicht zu Tränen rühren lassen. Das geschieht zwar auf simple, durchaus manipulative Art und Weise, die Klischees der Geschichte punkten aber, denn so wenig originell sie auch sein mögen, Wirkungsweise haben sie durchaus. Alles in allem ein schöner Film über ein erfülltes (Hunde-)Leben.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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