Zwei junge Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ziehen per Anhalter durch die Bretagne. Der gut aussehende Katalane Paco ist ein aufgeweckter Schuhverkäufer und Frauenheld. Dieser nimmt sich des schüchternen Nino an, nachdem er für eine Probezeit von seiner großen Liebe Marinette weggeschickt wurde. Er will dem schmächtigen Italo-Russen endlich zu einer Frau verhelfen. Auf ihrer Wanderschaft führen sie tiefsinnige Gespräche über Gott und die Welt, versuchen in Bars, Restaurants und Cafés Frauen kennen zu lernen, und inszenieren sogar eine Befragung über den idealen Mann. Doch zunächst scheint nur der virile Paco Erfolg zu haben, Nino holt sich eine Abfuhr nach der anderen, bis ausgerechnet er in Sachen Liebe mit Nathalie den Joker zieht...

Die Tragikomödie "Western", der fünfte Spielfilm des 1954 in Peru geborenen und in Frankreich lebenden Autodidakten Manuel Poirier ("Antonios Freundin", "Marion") gewann 1997 nicht nur den Spezialpreis der Jury in Cannes, sondern wurde auch zum Überraschungserfolg der Kinosaison. Vorher hatte Poirier Mühe gehabt, überhaupt jemanden für sein Projekt zu erwärmen, am Ende des Festivals in Cannes und nach dem Erfolg beim Publikum war der Film in zwölf Länder verkauft. In dem charmanten Roadmovie über kleine Affären und die große Liebe gibt es immer wieder wunderbare Szenen mit hinreißender Komik. Trotzdem beweist Poirier immer wieder seinen präzisen Blick für alltägliche Details.