Nach der Einweihungsparty der neuen Kanzlei von Alex wird Wilsberg auf dem Heimweg Zeuge, wie Maike Lehmann, eine ehemalige Kommilitonin von Alex, angetrunken einen Unfall baut. Wilsberg hilft ihr aus der Patsche und erklärt der anrückenden Polizei, er habe am Steuer gesessen und sei einem Fahrradfahrer ausgewichen. Später will sich Maike in ihrer Wohnung bei ihrem Retter bedanken, doch Wilsberg lehnt ihre Avancen ab. Und sieht sich am nächsten Tag plötzlich mit dem Vorwurf der Vergewaltigung konfrontiert...

Regisseur Martin Gies hat schon bewiesen, dass er durchaus spannende Krimi-Unterhaltung drehen kann. So inszenierte er bereits Ende der Neunzigerjahre die "Tatort"-Episode "Tatort - Die apokalyptischen Reiter" und verlegte sich danach auf Komödien ("Reife Leistung!") und Krimikomödien ("Pfarrer Braun - Das Skelett in den Dünen"). Mit "Unter Anklage" legte er nach "Die Wiedertäufer" seinen zweiten Fall um den Münsteraner Ermittler alias Leonard Lansink vor. Der Krimi ist zwar solide inszeniert, aber allmählich scheint den Autoren der Reihe die Ideen auszugehen, denn zu behäbig und wenig überraschend kommt diese Episode daher und bestätigt, dass "Wilsberg" nach über zehn Jahren TV-Präsenz seine besten Zeiten wohl hinter sich hat.