Auf einem asphaltierten Feldweg, der den Einheimischen als Abkürzung nach Wolfsburg dient, überfährt der Autohändler Phillip ein Kind. Ohne sich um sein Opfer zu kümmern begeht er Fahrerflucht. Zwar bleibt das Kind zunächst am Leben, stirbt aber, als Phillip mit seiner Verlobten in Urlaub ist. Laura, die Mutter, zerbricht an dem Tod ihres Sohnes, sucht Tag um Tag nach Spuren. Sie findet nichts, aber durch Zufall lernen sich Phillip und Laura kennen ...

Wem der Plot dieses Dramas von Christian Petzold sehr bekannt vorkommt, hat sich nicht getäuscht. Bereits drei Jahre zuvor inszenierte der vielfach ausgezeichnete Regisseur Max Färberböck mit "Jenseits" eine fast identische Geschichte. Hat da Petzold ein wenig abgeguckt? In einem Interview mit der "taz" erklärte er, "'Wolfsburg' habe ich zuerst (vor 'Toter Mann', Anmerkung der Redaktion) geschrieben. Weil das ZDF damals einen Film von Max Färberböck mit dem Thema Fahrerflucht in Arbeit hatte, habe ich 'Toter Mann' als Alternative entwickelt und zuerst gedreht." Wie bereits in "Toter Mann" ist hier die schöne Nina Hoss in der Rolle der unglücklichen Mutter zu sehen, Benno Führmann mimt den rücksichtlosen Autohändler, dem der Tod eines Kindes zunächst egal zu sein scheint. "Wolfsburg" wurde bei der Berlinale 2003 mit dem Preis der internationalen Filmkritik - Fipresci ausgezeichnet.

Foto: ZDF/Stephan Rabold