Jochen Bähr, Abteilungsleiter in einem pharmazeutischen Betrieb, wird an einem frühen Sonntagmorgen in seinem Boot erschossen aufgefunden. Am Tatort befindet sich sein kleiner Sohn Thomas, der unter Schock steht und nicht zum Sprechen zu bringen ist. Schimanski braucht die Aussage des Jungen und versucht ihn mit viel Gefühl zum Reden zu bringen. Er kann schon bald erste Erfolge verzeichnen - da wird der Junge unter seinen Augen entführt. Die Suche nach dem Kind führt Schimanski, Thanner und Hänschen nach Rotterdam. Dort kommen sie einem illegalen Medikamentenhandel mit Entwicklungsländern auf die Spur, in den vor allem jene Firma verwickelt ist, für die Bähr gearbeitet hat. An Bord eines Schiffes hoffen die drei, das gekidnappte Kind zu finden. Schimanski schleicht sich an Bord, findet Thomas und kann sich mit dem Jungen auf hoher See in einem Rettungsboot absetzen ...

"Medizinmänner" ist nach "Tatort - Kuscheltiere", "Tatort - Kielwasser" und "Tatort - Der Tausch" der vierte von insgesamt fünf "Tatort"-Krimis (1991 folgte noch "Tatort - Bis zum Hals im Dreck"), die Nebendarsteller Chiem van Houweninge alias Hänschen für die beliebte Reihe um das Duisburger Ermittler-Team schrieb. Von Regisseur Peter Carpentier packend in Szene gesetzt, überzeugt hier der seinerzeit 11-jährige Nikolai Bury in seiner ersten TV-Rolle des zunächst stummen Entführungsopfers, das durch einen erneuten Schock endlich wieder zu sprechen beginnt. Bury, der im Jahr zuvor seine erste Rolle in "Sommertage", dem preisgekrönten Abschlussfilm der späteren Oscar-Preisträgerin Caroline Link an der Hochschule für Film und Fernsehen in München gespielt hatte, wurde danach durch seine Dauerrolle als Peter Rombach in der Wald-und-Wiesen-Familienserie "Forsthaus Falkenau" (1990 bis 2006) bekannt.

Foto: WDR/Bavaria