Ingmar Borg verdient mit Wohltätigkeit sein Geld. Nach einer Benefiz-Veranstaltung fährt er angetrunken eine Obdachlose an. In Panik, durch den Unfall seinen Ruf und damit seine Karriere zu ruinieren, überfährt er die Frau ein zweites Mal. Diesmal tödlich. Die Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr, die den Fall übernehmen, stoßen bei ihren Ermittlungen auf eine hermetisch abgeschlossene Welt. Die öffentlichen Stellen behindern die Ermittlungen auf zynische Weise, die Obdachlosen schweigen. Die beiden Kommissare ahnen nicht, dass es einen Zeugen gibt: Bombadil, der gemeinsam mit Sarah, der Getöteten, auf der Straße gelebt hat. Doch Bombadil, der vom Rechtsverständnis der Gesellschaft enttäuschte, ehemalige Anwalt Dr. Bomberg, misstraut Polizei und Justiz. Er wendet sich in seinem Schmerz an den "Raben", der eine kleine, aber gut organisierte Gruppe von Obdachlosen anführt. Obgleich der "Rabe" ehrbare Ziele verfolgt und für eine Verbesserung der Lebenssituation der Obdachlosen kämpft, sind seine Methoden fragwürdig. Bombadil begreift zunächst nicht, dass der "Rabe" sich seiner nur annimmt, weil er hofft, aus Sarahs Tod Kapital schlagen zu können ...

Eine außergewöhnliche "Tatort"-Folge von Josef Rödl ("Hurenmord - Ein Priester schweigt"), der mit dem Münchner Ermittlerduo sieben Jahre zuvor schon die Episode "Alles Palermo" in Szene setzte. In dem spannenden Krimi taucht Rödl mit eindringlichen Bildern in die Münchner Obdachlosen-Szene ein, ohne diese zu beschönigen oder romantisch zu verklären. Überragend: Bruno Ganz in der Rolle des Bombadil.

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