Da macht Tony Stark (Robert Downey jr.) große Augen: Er muss eine Upgrade-Version seines Iron-Man-Anzugs anziehen, um vom Weltenzerstörer Thanos nicht zerquetscht zu werden.
Der programmierte Overkill: "Avengers: Infinity War".

Avengers: Infinity War

KINOSTART: 26.04.2018 • Action • USA (2018) • 156 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Avengers: Infinity War
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
500.000.000 USD
Einspielergebnis
2.021.970.014 USD
Laufzeit
156 Minuten

Filmkritik

Das Ende ist der Anfang
Von Andreas Fischer

Das haben sie nun davon: Weil die Marvel-Superhelden seit zehn Jahren unschlagbar an den Kinokassen sind, müssen sie sich in "Avengers – Infinity War" nun eine Leinwand teilen. Um gegen den unschlagbarsten aller Bösewichte vielleicht doch eine Chance zu haben, bekommen die "Avengers" Iron Man, Captain America, Thor und Co. prominente Unterstützung: Spider-Man! Doctor Strange! Black Panther! Das komplette Team der "Guardians of the Galaxy"! Sie alle ziehen gegen den Titanen Thanos in den Kampf, der auf der Suche nach mächtigen Infinity-Steinen vor keinem Genozid zurückschreckt: Sein rastloser Nihilismus zeigt der Vollversammlung der Superhelden nicht nur die Grenzen auf, sondern macht sie auch zu einer ziemlich düsteren Kino-Angelegenheit.

Eigentlich ist keine Kinoleinwand der Welt groß genug für das Getümmel, das die Marvel-versierten Joe und Anthony Russo in zweieinhalb epischen Stunden in Szene setzen mussten. Damit sich die zwei Dutzend Superhelden nicht ständig gegenseitig auf die Füße treten, schickt sie das Drehbuch von Christopher Markus und Stephen McFeely grüppchenweise in verschiedene Ecken des Universums. Ständig ist irgendwer irgendwo irgendwie beschäftigt, um Thanos (Josh Brolin) Einhalt zu gebieten.

Auch wenn das ein ziemlicher Overkill an Figuren und Handlungssträngen ist, fügen sich die Puzzleteile weitgehend reibungslos zusammen. Wobei klar im Vorteil ist, wer den einen oder anderen der bisherigen 18 Filme des Marvel Cinematic Universe gesehen hat. Dort wurde zuletzt ("Thor 3: Tag der Entscheidung", "Guardians of the Galaxy") fröhlich dem Slapstick gefrönt. Doch damit ist nun Schluss. Nach ein paar unterhaltsamen Kennenlernrunden zischen Iron Man (Robert Downey Jr.) und Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) oder zwischen Thor (Chris Hemsworth) und den Guardians ist niemandem mehr zu lachen zumute.

Dafür ist die Lage zu ernst, man kann in "Avengers: Infinity War" durchaus Bezüge zur realen Welt sehen. Größenwahn, Genozide, Brutalität und Heilsversprechen sind jedenfalls keine originären Erfindungen der Kinocomicwelt. Das Ende ist nah, die Apokalypse unaufhaltsam, die Stimmung bedrückend.

Und die vereinten Helden sind hilflos gegenüber einem Tyrannen, der in der Umsetzung seiner apokalyptischen Visionen rücksichtsloser ist als jeder Schurke, den man bislang im Kino sah. Thanos wird durch den Mehrfrontenkrieg keineswegs geschwächt. Im Gegenteil: Er hat dadurch die Gelegenheit, an verschiedenen Orten gleichzeitig seinen kranken Plan auszuführen. "Die Ressourcen des Universums sind endlich, deswegen muss die Population kontrolliert werden", erklärt er, warum er auf jedem Planeten mindestens die Hälfte der Bevölkerung auslöscht.

Unaufhaltsam sammelt der Tyrann seine Infinity-Steine ein, mächtige Relikte, die in den bisherigen Marvel-Superheldenfilme immer mal wieder eine Rolle spielten und dem Träger unendliche Macht verleihen. Die Avengers können im Prinzip nur Rückzugsgefechte führen.

Da müssen sie jetzt durch. Und da müssen wir jetzt durch. Mindestens noch ein zweites Mal: Das Ende ist hier nämlich ein Anfang. Den erleben nicht alle Helden, aber neue werden kommen und den Kampf im nächsten Kinosommer weiterführen. Thanos jedenfalls wird nicht ewig seinen blutroten Sonnenuntergang genießen können.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

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