Freddy Schenk wird von seiner Vergangenheit eingeholt: Vor mehr als fünf Jahren brachte er Ronald Lochte hinter Gitter: wegen eines Bankraubs, den dieser stets bestritt. Jetzt stellt sich heraus, dass es damals wohl wirklich den Falschen getroffen hat: Bei einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle zeigen die Überwachungs-Kameras einen Täter, der dem inhaftierten Lochte zum Verwechseln ähnlich sieht. Der alte Fall erscheint in neuem Licht. Ist der Doppelgänger auch für den damaligen Bankraub verantwortlich - Ronald Lochte also unschuldig? Inzwischen besteht Lochte jedoch darauf, für den Banküberfall verantwortlich zu sein. Seine Freundin Verena Radek hat ihn überredet, die Tat zuzugeben: Beide erhoffen sich davon einen gelockerten Strafvollzug und eine vorzeitige Entlassung. Doch Lochtes Bewährungsantrag wird nicht genehmigt. Für den jungen impulsiven Mann bricht erneut eine Welt zusammen. Er beschließt aus dem Gefängnis auszubrechen. Sein Plan gelingt. Allerdings tötet Lochte auf der Flucht einen Vollzugsbeamten. Schenk plagen nun zunehmend Gewissensbisse. Er fühlt sich für das Justizopfer Lochte verantwortlich - ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen. Für Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) ist Lochte ein Mörder ...

Weit mehr als ein Dutzend "Tatort"-Krimis hat Kaspar Heidelbach in seiner langjährigen Karriere bereits inszeniert, viele davon auch mit Dem Kölner Ermittler-Duo Bär/Behrendt, man denke nur an "Tatort - Drei Affen", "Tatort - Quartett in Leipzig", "Tatort - Müll" oder "Tatort - Klassentreffen". Nach dem Drehbuch von Krimi-Spezialist Norbert Ehry entstand ein eher mäßig spannender Fall, doch das überzeugende Ermittler-Duo, das wieder einmal gar nicht einer Meinung ist, rettet - wie so oft - auch diese Episode.

Foto: NDR/WDR/Uwe Stratmann