Begeistert von ihrem Nahtoderlebnis versucht Courtney (Ellen Page) bald, immer länger "tot" zu sein.
In "Flatliners" gehen fünf Studenten aufs Ganze, um herauszufinden, wie es nach dem Tod weitergeht.

Flatliners

KINOSTART: 30.11.2017 • Thriller • USA (2017) • 109 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Flatliners
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
USA
Budget
19.000.000 USD
Einspielergebnis
9.800.000 USD
Laufzeit
109 Minuten

Filmkritik

Die Reanimation ist gescheitert
Von Amelie Heinz

Ewiges Leben im Himmelreich? Wiedergeburt? Verdammnis? Ein Dasein im Reich des Osiris? Oder einfach Nichts? – Niemand weiß, ob und wie es nach dem Tod weitergeht. Gewiss, die Religionen bieten jeweils ihre ganz eigenen Antworten auf die Frage, was geschieht, wenn des Menschen letztes Stündlein geschlagen hat. Aber auch Ärzte und Forscher beschäftigen sich seit Jahrtausenden mit diesem Thema. Im Nahtod-Thriller "Flatliners" (von "flatline", zu deutsch: Nulllinie), einem Remake des gleichnamigen Kultfilms mit Kiefer SutherlandJulia Roberts und Kevin Bacon, gehen fünf Medizinstudenten nun sogar so weit, ihren Herzschlag für kurze Zeit zu stoppen, um zu erfahren, wie sich das Jenseits anfühlt. Bald müssen sie feststellen: Ein Leben im Hier und Jetzt wäre weitaus ratsamer gewesen.

Courtney (Elliot Page, "Juno") ist eine überaus ehrgeizige Medizinstudentin und fasziniert vom Tod – beziehungsweise davon, was denn eigentlich nach dem Sterben so passiert. Das hat auch einen ganz bestimmten Grund: Courtneys kleine Schwester starb bei einem Autounfall, den sie selbst nur knapp überlebte. Seitdem wird sie von Schuld geplagt.

Gemeinsam mit ihren Kommilitonen Jamie (James Norton), Ray (Diego Luna), Sophia (Kiersey Clemons) und Marlo (Nina Dobrev) startet Courtney deshalb im Keller der Klinik ein überaus gefährliches Experiment. Für einen kurzen Zeitraum wird ihr Herz gestoppt. Als ihre Freunde sie mit dem Defibrillator zurück ins Leben holen, ist Courtney ganz berauscht von ihrer Nahtoderfahrung. Wenig später zeigen sich zudem erstaunliche Nebenwirkungen: Das Experiment scheint zu wirken wie eine Droge. Plötzlich kann Courtney Klavier spielen und glänzt mit erstaunlichem medizinischen Fachwissen.

Nach und nach steckt sie die anderen mit ihrer Begeisterung an – alle bis auf Ray, der sich partout weigert, eine Reise ins Jenseits zu unternehmen. Jamie, Sophia und Marlo haben weniger Bedenken, und versuchen, ihre Trips ins Unbekannte immer weiter auszudehnen. Bis plötzlich unerwartete Nebenwirkungen auftreten. Die "Flatliners" werden von verstörenden Halluzinationen geplagt und bald gibt es das erste Todesopfer zu beklagen.

Gleiche Geschichte – nur schlechter

Der dänische Regisseur Niels Arden Oplev ("Verblendung") belebt mit "Flatliners" den legendären Nahtod-Thriller von 1990 wieder, in welchem Kiefer Sutherland, Julia Roberts und Kevin Bacon mit dem Leben spielten, um zu ergründen, was nach dem Tod auf sie wartet. Für seine Effekte wurde "Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben" von Regisseur Joel Schumacher damals für einen Oscar nominiert. Auch im Remake ist Sutherland wieder mit dabei. Allerdings sind die beiden Filme inhaltlich nicht miteinander verknüpft.

Die Grundidee zu "Flatliners" ist durchaus vielversprechend und bietet eigentlich eine Unmenge an interessanten Ansätzen, einen Film zu erzählen. Insgesamt kann man aber sagen, dass die Reanimation gescheitert ist. Niels Arden Oplev verpasste die Chance, die Fehler von damals zu korrigieren sondern erzählte die gleiche Geschichte einfach nochmal – nur schlechter. Fängt der Film noch einigermaßen spannend an, bedient sich der Thriller bald nur noch an abgenutzten Horror-Elementen, die einem Schock-resistenten Zuschauer höchstens ein müdes Läheln entlocken. Die eindimensionalen Figuren tragen das ihrige dazu bei, dass der Film trotz des eigentlich vielversprechenden Casts eine Enttäuschung bleibt. Der Patient ist tot.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller

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