Vom Ferienklassiker bis zum Hitzethriller zeigt das Sommerkino, wie unterschiedlich eine Jahreszeit erzählt werden kann. Mal geht es um erste Liebe und Musik, mal um Familienchaos, Freiheit oder Gefahr am Wasser. Entscheidend ist nicht nur die Sonne im Bild, sondern das Gefühl, dass ein einziger Tag länger nachwirken kann als erwartet.
Auf der Ferieninsel Amity wird kurz vor der wichtigen Sommersaison eine junge Frau im Meer getötet. Polizeichef Martin Brody (Roy Scheider) will die Strände schließen, stößt aber beim Bürgermeister Larry Vaughn (Murray Hamilton) auf Widerstand, weil der Ort von Tourismus und Badewetter lebt. Als weitere Angriffe folgen, wird der Konflikt zwischen öffentlicher Sicherheit und wirtschaftlichem Druck immer größer. Brody holt den Meeresbiologen Matt Hooper (Richard Dreyfuss) hinzu. Schließlich beteiligt sich auch der erfahrene, aber schwer berechenbare Hai-Jäger Quint (Robert Shaw) an der Suche. Die Handlung führt von den überfüllten Stränden in einen Kampf auf offener See, bei dem Brody sich seiner Angst vor Wasser stellen muss.
Steven Spielbergs Thriller gilt bis heute als Musterbeispiel für Spannung durch Andeutung. Viel Wirkung entsteht, weil der Hai lange kaum zu sehen ist. John Williams' Musik, die klare Inszenierung und die Zuspitzung zwischen Kleinstadtpolitik und Gefahr machten den Film zu einem prägenden Kinoereignis. Bei den Oscars gewann er drei Preise, unter anderem für Musik, Schnitt und Ton.
Elio Perlman (Timothée Chalamet) verbringt den Sommer 1983 mit seinen Eltern in Norditalien. Sein Vater Samuel Perlman (Michael Stuhlbarg), ein Archäologieprofessor, nimmt wie jedes Jahr einen akademischen Assistenten auf. Diesmal ist es der selbstbewusste Amerikaner Oliver (Armie Hammer), der einige Wochen im Haus der Familie lebt. Elio reagiert zunächst distanziert und beobachtend, während Oliver schnell Teil des Alltags wird. Zwischen Ausflügen, Mahlzeiten, Musik, Gesprächen und der Beziehung zu Marzia (Esther Garrel) verändert sich Elios Blick auf Oliver. Der Film folgt den tastenden Annäherungen, den Unsicherheiten und der Frage, was ein kurzer Sommer im Leben zweier Menschen auslösen kann.
Luca Guadagninos Film wurde von Kritik und Fachpresse vor allem für die ruhige Erzählweise, die Sommeratmosphäre, das Spiel von Timothée Chalamet und Michael Stuhlbarg sowie James Ivorys Drehbuch gelobt. Die Literaturverfilmung wurde für vier Oscars nominiert und gewann den Preis für das beste adaptierte Drehbuch. Auch die Musik von Sufjan Stevens prägte die Wahrnehmung des Films stark.
Auf einer griechischen Insel bereitet Sophie Sheridan (Amanda Seyfried) ihre Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper) vor. Sie lebt bei ihrer Mutter Donna (Meryl Streep), die dort ein kleines Hotel führt. In Donnas altem Tagebuch findet Sophie Hinweise auf drei Männer, die als ihr Vater infrage kommen: Sam Carmichael (Pierce Brosnan), Bill Anderson (Stellan Skarsgård) und Harry Bright (Colin Firth). Ohne Donna zu informieren, lädt Sophie alle drei zur Hochzeit ein. Als die Männer eintreffen, geraten alte Gefühle, offene Fragen und neue Erwartungen durcheinander. Donnas Freundinnen Rosie (Julie Walters) und Tanya (Christine Baranski) unterstützen sie, während Sophie versucht, vor der Trauung Klarheit über ihre Herkunft zu bekommen.
Die Verfilmung des Bühnenmusicals wurde von der Kritik unterschiedlich aufgenommen, entwickelte sich aber zu einem großen Publikumserfolg. Entscheidend für die Wirkung sind das Ensemble, die ABBA-Songs und der klare Hang zum unbeschwerten Musicalkino. Die Inszenierung setzt nicht auf Perfektion, sondern auf Tempo, Wiedererkennung und die Lust an großen Refrains.
Frances Houseman (Jennifer Grey), genannt Baby, fährt im Sommer 1963 mit ihren Eltern Jake (Jerry Orbach) und Marjorie (Kelly Bishop) sowie ihrer Schwester Lisa (Jane Brucker) in ein Ferienresort in den Catskill Mountains. Dort trifft sie auf den Tanzlehrer Johnny Castle (Patrick Swayze), der für die Gäste arbeitet und zugleich Teil einer eigenen Welt des Personals ist. Als seine Tanzpartnerin Penny Johnson (Cynthia Rhodes) in eine Notlage gerät, springt Baby ein und beginnt heimlich mit Johnny zu trainieren. Aus den Proben entsteht Nähe, aber auch ein Konflikt mit Babys Vater, den sozialen Regeln des Resorts und den Erwartungen ihrer Familie.
Der Film wurde zu einem Popkultur-Phänomen und prägte vor allem durch Musik, Tanzszenen und die Chemie zwischen Jennifer Grey und Patrick Swayze das Bild des Sommerromanzen-Kinos der 80er. Die Kritik reagierte zum Start nicht einhellig, doch das Publikum machte Dirty Dancing zum Dauererfolg. Der Song "(I've Had) The Time of My Life" gewann den Oscar als bester Filmsong.
Auf der fiktiven Insel New Penzance im Jahr 1965 verschwinden zwei Kinder: der Pfadfinder Sam Shakusky (Jared Gilman) und Suzy Bishop (Kara Hayward), die mit ihren Eltern Walt (Bill Murray) und Laura Bishop (Frances McDormand) in einem Haus an der Küste lebt. Sam und Suzy haben sich per Briefkontakt verabredet und wollen gemeinsam aus ihrem Alltag fliehen. Während Captain Sharp (Bruce Willis), Scout Master Ward (Edward Norton) und die Eltern nach ihnen suchen, bereiten die Pfadfinder ebenfalls eine Verfolgung vor. Die Flucht führt durch Wälder, Buchten und alte Pfade der Insel. Gleichzeitig nähert sich ein schwerer Sturm, der die Lage für alle Beteiligten verschärft.
Wes Andersons Film wurde für seine genaue Bildgestaltung, den trockenen Humor und den respektvollen Blick auf die beiden jungen Hauptfiguren viel beachtet. Die Erzählung verbindet Abenteuer, Familienkonflikt und erste Liebe, ohne die Kinderperspektive kleinzumachen. Moonrise Kingdom erhielt eine Oscar-Nominierung für das beste Originaldrehbuch von Anderson und Roman Coppola.
Der junge Amerikaner Richard (Leonardo DiCaprio) reist nach Thailand und sucht dort nach einem Erlebnis jenseits der üblichen Backpacker-Routen. In Bangkok begegnet er dem verstörten Daffy (Robert Carlyle), der ihm von einer geheimen Insel und einem versteckten Strand erzählt. Richard erhält eine Karte und macht sich mit dem französischen Paar Étienne (Guillaume Canet) und Françoise (Virginie Ledoyen) auf den Weg. Die drei finden eine abgeschottete Gemeinschaft, die von Sal (Tilda Swinton) organisiert wird. Anfangs wirkt der Ort wie ein Ausstieg aus der normalen Welt. Bald zeigen sich jedoch Regeln, Abhängigkeiten und Gefahren, die Richards Vorstellung vom Paradies infrage stellen.
Danny Boyles Film wurde zum Start kontrovers diskutiert. Die Mischung aus Abenteuerfilm, Aussteigerfantasie und düsterem Gruppendrama traf nicht überall auf Zustimmung, blieb aber durch Leonardo DiCaprios damalige Popularität und die Schauplätze sehr präsent. Rückblickend wird The Beach häufig als Zeitbild des frühen Backpacker- und Fernweh-Kinos um die Jahrtausendwende gelesen.
Der Amerikaner Jesse (Ethan Hawke) und die Französin Céline (Julie Delpy) lernen sich in einem Zug nach Wien kennen. Jesse muss am nächsten Morgen in die USA zurückfliegen und überredet Céline, mit ihm in Wien auszusteigen. Beide verbringen eine Nacht in der Stadt, ohne festen Plan und ohne die Gewissheit, sich danach wiederzusehen. Sie laufen durch Straßen, Parks, Lokale und Plätze, sprechen über Familie, Beziehungen, Zukunft, Zufall und die Frage, wie ehrlich man zu einem Menschen sein kann, den man gerade erst kennengelernt hat. Die Handlung besteht aus Begegnungen, Wegen und Gesprächen, bei denen sich die Nähe der beiden Schritt für Schritt verändert.
Richard Linklaters Film wurde für seine Dialoge, die zurückhaltende Inszenierung und das natürliche Zusammenspiel von Ethan Hawke und Julie Delpy gelobt. Die Romanze wirkt weniger wie eine klassische Handlung als wie ein Zeitfenster. Auf der Berlinale 1995 gewann Linklater den Silbernen Bären für die beste Regie. Später wurde der Film durch zwei Fortsetzungen zu einem der bekanntesten Langzeitprojekte des modernen Beziehungskinos.
Nike (Nadja Uhl) arbeitet als Altenpflegerin und lebt in Berlin-Prenzlauer Berg. Ihre Freundin Katrin (Inka Friedrich) ist arbeitslos, alleinerziehend und versucht, für sich und ihren Sohn Max (Vincent Redetzki) wieder mehr Stabilität zu finden. In heißen Sommernächten treffen sich die beiden Frauen auf Nikes Balkon, sprechen über Männer, Arbeit, Geld und ihre Enttäuschungen. Als der Lastwagenfahrer Ronald (Andreas Schmidt) in Nikes Leben tritt, verschieben sich die Gewichte in der Freundschaft. Katrin kämpft zugleich mit Absagen, Einsamkeit und Alkohol. Der Film folgt den beiden Frauen im Alltag einer Stadt, die im Sommer offen wirkt, aber keine einfachen Lösungen anbietet.
Andreas Dresens Film wurde für seine Nähe zu den Figuren, die klare Beobachtung des Berliner Alltags und das Zusammenspiel von Nadja Uhl und Inka Friedrich gelobt. Die Komik entsteht aus Situationen, nicht aus plumpen Effekten. Wolfgang Kohlhaases Drehbuch erhielt beim Filmfestival San Sebastián eine Auszeichnung. In Deutschland wurde Sommer vorm Balkon auch bei den Deutschen Filmpreisen mehrfach nominiert.
Olive Hoover (Abigail Breslin) bekommt die Chance, an einem Kinder-Schönheitswettbewerb in Kalifornien teilzunehmen. Ihre Familie bricht in einem alten VW-Bus von New Mexico dorthin auf. Mit dabei sind Olives Mutter Sheryl (Toni Collette), ihr erfolgsbesessener Vater Richard (Greg Kinnear), der schweigende Bruder Dwayne (Paul Dano), der nach einem Suizidversuch aus der Klinik entlassene Onkel Frank (Steve Carell) und Großvater Edwin (Alan Arkin), der Olive für ihren Auftritt trainiert. Die Reise wird durch Pannen, Streit, finanzielle Sorgen und persönliche Krisen erschwert. Im Zentrum steht Olives Wunsch, auf die Bühne zu gehen, obwohl die Familie selbst kaum zusammenhält.
Die Tragikomödie wurde nach ihrer Sundance-Premiere zu einem der großen US-Indie-Erfolge der 2000er. Gelobt wurden das Ensemble, Michael Arndts Drehbuch und die Balance zwischen schrägem Humor und ernsten Konflikten. Bei den Oscars gewann der Film Preise für das beste Originaldrehbuch und für Alan Arkin als Nebendarsteller. Abigail Breslin erhielt zudem eine Nominierung als Nebendarstellerin.
Der 14-jährige Duncan (Liam James) fährt mit seiner Mutter Pam (Toni Collette), deren Freund Trent (Steve Carell) und Trents Tochter in ein Ferienhaus an der Küste von Massachusetts. Trent behandelt Duncan herablassend und versucht, die neue Familienkonstellation nach seinen Regeln zu ordnen. Duncan zieht sich zurück und findet schließlich im Wasserpark Water Wizz einen Ort, an dem er nicht ständig bewertet wird. Dort nimmt ihn der lockere Angestellte Owen (Sam Rockwell) unter seine Fittiche. Auch Caitlyn (Maya Rudolph), Susanna (AnnaSophia Robb) und andere Beschäftigte des Parks werden wichtig. Der Sommer zwingt Duncan, sich zwischen Anpassung, Rückzug und einem ersten eigenen Standpunkt zu entscheiden.
Die Komödie wurde vor allem wegen Sam Rockwells Spiel, der glaubwürdigen Perspektive des Jungen und der Mischung aus Familienkonflikt und Ferienalltag positiv aufgenommen. Nat Faxon und Jim Rash erzählen ohne großes Spektakel von einem Jugendlichen, der in einer schwierigen Umgebung Halt sucht. Der Film profitierte auch von einem starken Ensemble, in dem Steve Carell gegen sein häufiges Komödienimage besetzt wurde.
An einem extrem heißen Sommertag in Bedford-Stuyvesant, Brooklyn, arbeitet Mookie (Spike Lee) als Pizzabote in Sals Pizzeria. Sal (Danny Aiello) führt den Laden mit seinen Söhnen Pino (John Turturro) und Vito (Richard Edson). Im Viertel treffen viele Stimmen, Interessen und Frustrationen aufeinander: Buggin Out (Giancarlo Esposito) fordert mehr schwarze Persönlichkeiten an Sals Wand der Berühmten, Radio Raheem (Bill Nunn) bewegt sich mit lauter Musik durch die Straßen, Da Mayor (Ossie Davis) und Mother Sister (Ruby Dee) beobachten den Alltag aus ihrer eigenen Perspektive. Die Hitze verstärkt Spannungen, die längst vorhanden sind. Aus Konflikten um Respekt, Sprache und Macht entsteht eine Situation, die außer Kontrolle gerät.
Spike Lees Film wurde sofort als wichtiges Werk des US-Kinos wahrgenommen und zugleich heftig diskutiert. Die Inszenierung nutzt Farbe, Musik, Rhythmus und Hitze, um ein Viertel als sozialen Raum spürbar zu machen. Danny Aiello und Spike Lees Drehbuch erhielten Oscar-Nominierungen. 1999 wurde der Film in das National Film Registry der Library of Congress aufgenommen.
James Brennan (Jesse Eisenberg) hat 1987 gerade das College beendet und will eigentlich vor dem Studium an der Columbia University nach Europa reisen. Als seine Eltern finanzielle Probleme bekommen, muss er den Plan aufgeben und einen Sommerjob im heruntergekommenen Freizeitpark Adventureland annehmen. Dort lernt er Em Lewin (Kristen Stewart), Joel (Martin Starr), den verheirateten Wartungstechniker Connell (Ryan Reynolds) sowie die Betreiber Bobby (Bill Hader) und Paulette (Kristen Wiig) kennen. Zwischen langweiligen Schichten, billigen Spielen, Partys und unausgesprochenen Gefühlen versucht James, Geld zu verdienen und zugleich herauszufinden, wer er nach dem College sein möchte.
Greg Mottolas Film wurde als ruhigere, persönlichere Coming-of-Age-Komödie wahrgenommen als viele College-Komödien der Zeit. Die Kritik hob das genaue 80er-Jahre-Milieu, die Musik und das zurückgenommene Spiel von Jesse Eisenberg und Kristen Stewart hervor. Statt auf eine Gagfolge zu setzen, erzählt Adventureland von Unsicherheit, erster Arbeit und enttäuschten Erwartungen am Ende eines langen Sommers.
Nyles (Andy Samberg) ist Gast auf einer Hochzeit in der Wüste von Kalifornien. Er wirkt gelassen, kennt Abläufe und Gäste auffällig gut und begegnet der Schwester der Braut, Sarah Wilder (Cristin Milioti), die sich mit ihrer Rolle auf der Feier schwertut. Nach einer nächtlichen Flucht geraten beide in eine Zeitschleife, in der derselbe Hochzeitstag immer wieder beginnt. Sarah muss lernen, was Nyles bereits weiß: Flucht, Spaß und Regelbruch ändern nichts daran, dass der Tag zurückkehrt. Auch Roy (J.K. Simmons), der eigene Gründe für seine Wut auf Nyles hat, spielt eine wichtige Rolle. Aus der Komödie über Wiederholung wird eine Geschichte über Verantwortung, Nähe und die Angst vor echten Entscheidungen.
Die romantische Zeitschleifen-Komödie wurde wegen ihres Tempos, der Chemie zwischen Andy Samberg und Cristin Milioti sowie ihres cleveren Umgangs mit einem bekannten Erzählmodell gelobt. Palm Springs schafft es, absurde Situationen mit emotionalen Konsequenzen zu verbinden. Nach der Premiere in Sundance erhielt der Film große Aufmerksamkeit, auch wegen seines viel beachteten Deals mit Hulu und Neon.
Luca Paguro (Jacob Tremblay) ist ein junges Seeungeheuer, das mit seiner Familie unter Wasser nahe der italienischen Riviera lebt. Seine Eltern Daniela (Maya Rudolph) und Lorenzo (Jim Gaffigan) warnen ihn vor der Welt der Menschen. Luca ist trotzdem neugierig und trifft Alberto Scorfano (Jack Dylan Grazer), der ihm zeigt, dass sie an Land menschliche Gestalt annehmen. Gemeinsam erkunden sie das Küstenstädtchen Portorosso und träumen von einer Vespa. Dort lernen sie Giulia Marcovaldo (Emma Berman) kennen, deren Vater Massimo (Marco Barricelli) Fischer ist. Um Geld für ihre Pläne zu gewinnen, nehmen die Kinder an einem lokalen Wettbewerb teil. Dabei müssen Luca und Alberto ihre Herkunft verbergen.
Pixars Film wurde für seine warmen Farben, die Freundschaftsgeschichte und das klare Sommerbild der italienischen Küste geschätzt. Die Erzählung bleibt bewusst kleiner als viele andere Pixar-Abenteuer und konzentriert sich auf Neugier, Scham, Vertrauen und das Gefühl, nicht dazuzugehören. Luca erhielt eine Oscar-Nominierung als bester Animationsfilm.
Vaiana (Auliʻi Cravalho) ist die Tochter des Inselhäuptlings Tui (Temuera Morrison) und soll eines Tages ihr Volk führen. Obwohl ihr Vater das Meer jenseits des Riffs verbietet, fühlt sie sich von der Weite angezogen. Als die Natur auf ihrer Insel aus dem Gleichgewicht gerät, erfährt Vaiana von ihrer Großmutter Tala (Rachel House), dass der Halbgott Maui (Dwayne Johnson) einst das Herz der Göttin Te Fiti entwendet hat. Vaiana bricht auf, um Maui zu finden und das Herz zurückzubringen. Auf dem Meer muss sie Navigation lernen, mit Mauis Selbstbild umgehen und Gefahren wie dem Kokosnussvolk Kakamora und der Krabbe Tamatoa (Jemaine Clement) begegnen. Ihr Weg verbindet persönliche Suche und Verantwortung für die Gemeinschaft.
Der Disney-Film wurde für seine Animation, die Heldin ohne klassische Prinzessinnenromanze und die Musik positiv aufgenommen. Besonders "How Far I'll Go" wurde über den Film hinaus bekannt. Vaiana erhielt zwei Oscar-Nominierungen, als bester Animationsfilm und für den besten Song. Die Darstellung pazifischer Erzähltraditionen wurde breit diskutiert und machte den Film auch außerhalb des Familienkinos präsent.
Tom Ripley (Matt Damon) lebt Ende der 1950er in New York und bewegt sich am Rand wohlhabender Kreise. Der Reeder Herbert Greenleaf (James Rebhorn) hält ihn irrtümlich für einen Studienfreund seines Sohnes Dickie Greenleaf (Jude Law) und schickt ihn nach Italien, damit er Dickie zur Rückkehr in die USA bewegt. In Europa trifft Tom auf Dickie und dessen Freundin Marge Sherwood (Gwyneth Paltrow). Er ist fasziniert von ihrem Leben zwischen Meer, Jazz, Müßiggang und Geld. Zugleich wächst sein Wunsch, selbst Teil dieser Welt zu sein. Die Begegnungen mit Meredith Logue (Cate Blanchett) und Peter Smith-Kingsley (Jack Davenport) machen Toms Lügen immer riskanter, während seine Bewunderung für Dickie in Besitzdenken umschlägt.
Anthony Minghellas Verfilmung wurde für Ausstattung, Kostüme, Musik und die Besetzung gelobt. Der Film verbindet sonnige Schauplätze mit zunehmender Bedrohung und nutzt den italienischen Sommer als Oberfläche, hinter der Neid und Identitätsbetrug wachsen. Jude Law erhielt eine Oscar-Nominierung als Nebendarsteller. Insgesamt wurde der Film in fünf Oscar-Kategorien nominiert.
Julie James (Jennifer Love Hewitt), Helen Shivers (Sarah Michelle Gellar), Barry Cox (Ryan Phillippe) und Ray Bronson (Freddie Prinze Jr.) feiern nach dem Schulabschluss einen Sommerabend an der Küste. Auf der Rückfahrt erfassen sie mit dem Auto einen Mann. Aus Angst vor den Folgen entscheiden sie, den Unfall zu vertuschen und niemandem davon zu erzählen. Ein Jahr später kehrt Julie aus dem College in ihre Heimatstadt zurück und erhält eine anonyme Nachricht, die auf die Tat verweist. Die Gruppe kommt wieder zusammen, doch Misstrauen, Schuld und alte Spannungen bestimmen die Begegnungen. Bald werden die Jugendlichen von einer Gestalt verfolgt, die mit Fischerhaken und Regenmantel an die Küstenwelt des Ortes gebunden ist.
Der Slasher profitierte vom Erfolg der 90er-Horrorwelle und von Kevin Williamsons Bekanntheit nach Scream. Die Kritik sah den Film oft als konventioneller als seinen Vorgänger im Genretrend, das Publikum machte ihn dennoch zu einem Hit. Besonders das junge Ensemble, das Küstenmilieu und die klare Schuldfrage prägten den Wiedererkennungswert. Der Film zog mehrere Fortsetzungen und spätere Neuansätze nach sich.
Julio Zapata (Gael García Bernal) und Tenoch Iturbide (Diego Luna) sind zwei befreundete Jugendliche aus Mexiko-Stadt, deren Freundinnen für einige Wochen nach Europa reisen. Auf einer Familienfeier lernen sie Luisa Cortés (Maribel Verdú) kennen, die mit Tenochs Cousin verheiratet ist. Aus Angeberei erzählen Julio und Tenoch von einem angeblich geheimen Strand namens Boca del Cielo. Als Luisa nach einer persönlichen Krise tatsächlich mit ihnen fahren will, müssen sie die erfundene Reise in die Realität überführen. Unterwegs geraten Freundschaft, Herkunft, Begehren und Eifersucht in Bewegung. Die Fahrt durch Mexiko wird von einer Erzählerstimme begleitet, die private Erlebnisse mit sozialen Beobachtungen verbindet.
Alfonso Cuaróns Roadmovie wurde international als lebendiges, offenes und politisch waches Kino wahrgenommen. Die Kritik hob die Natürlichkeit der drei Hauptdarsteller, die Kameraarbeit und die Verbindung von jugendlicher Selbstsuche mit gesellschaftlichem Hintergrund hervor. Das Drehbuch von Alfonso und Carlos Cuarón erhielt eine Oscar-Nominierung. In Venedig wurde der Film unter anderem für das Drehbuch ausgezeichnet.