Mitten im Irgendwo, in einer Geisterstadt beginnt die Geschichte um ein heruntergekommenes altes Schwimmbad. Hier versucht Anton, für seinen blinden Vater durch Tonbänder mit Besuchergeräuschen die Illusion eines erfolgreichen Betriebes aufrecht zuhalten. Er selbst hat das Schwimmbad noch nie verlassen und träumt von einem Seefahrer-Leben. Eine Veränderung kommt in Antons Leben mit dem Besuch der jungen Kapitänstochter Eva. Sofort verliebt er sich in sie und versucht, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch so schnell kommen die beiden nicht zu ihrem Glück. Zum einen ist da Antons eifersüchtiger, geldgieriger Bruder Gregor, der mit allen Mitteln ihre Liebe verhindern will. Und zum andern droht dem verfallenen Schwimmbad die Schließung. Also muss sich Anton gezwungenermaßen mit den schwierigen Reparaturen abmühen. Hinzu kommt noch, dass Eva hin- und hergerissen versucht, ein Teil der Antriebsmaschine, das Herzstück des Schwimmbades, für ihren Schleppkahn zu stehlen. An ein Versprechen gebunden, muss sie unbedingt zur Insel Tuvalu fahren. Ob die beiden unter diesen Umständen noch zusammenkommen, und ob Eva endlich ihre versprochene Reise unternehmen kann, bleibt fragwürdig.  

Deutsches Kino. Dazu fällt direkt der seit einigen Jahren ausgebrochene Comedyboom und die dazugehörigen - immer in verschiedenen Kombinationen auftretenden - deutschen Schauspieler ein. Wer kennt sie nicht: Katja Riemann, Heiner Lauterbach, Til Schweiger, Veronica Ferres und Kollegen. Fast kein Film läuft ohne sie. Fast keiner... Jetzt kommt eine der wenigen Ausnahmen in unsere Kinos: "Tuvalu", der erste Langspielfilm des deutschen Regisseurs Veit Helmer nach einer Reihe von preisgekrönten Kurzfilmen. Dieser verzichtet ganz auf die heimische Schauspielelite. Für sein Werk suchte er lange in den großen Theater-Metropolen der Welt und wurde fündig. Darsteller aus Frankreich, Russland, Amerika und Rumänien kamen zu den Dreharbeiten nach Bulgarien. Die internationale Besetzung wurde auch dadurch ermöglicht, dass der Film sich hauptsächlich auf die Sprache der Bilder beschränkt. Mit anderen Worten: Der Film läuft fast ohne Dialoge. Jedoch wehrt sich Helmer vehement gegen die Behauptung, "Tuvalu" sei ein "Schwarz-weiß-Stummfilm". Er hält entgegen, dass allein der Tonschnitt sechs Monate erforderte. Außerdem nahm auch die individuelle Färbung jeder schwarz-weiß Szene viel Zeit in Anspruch. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Der Film räumte schon eine Menge Preise auf Filmfesten - beispielsweise in Moskau, Kiew und Gent - ab. Und auch der Bayrische Filmpreis für den besten Nachwuchsregisseur ging an Veit Helmer. Der Erfolg des Filmes verdeutlicht die internationale Verständlichkeit. "Tuvalu" spricht die Sprache der Gesten, der Mimik und der Bilder. Eine Weltsprache. Der große Regisseur Roberto Rossellini sagte einmal "Filme sollten gedreht werden, um zu zeigen, dass es überall auf der Welt Menschen gibt, die unsere Freunde sein könnten, mit denen wir uns wunderbar verstehen könnten." "Tuvalu" ist so ein Film.