Bredesen an der mecklenburgischen Küste: Hier herrscht Ostseeromantik pur. Doch mitten in dieser Idylle passiert etwas Schreckliches. Ein kleines Mädchen wird am helllichten Tag überfahren und stirbt. Unfallfahrer Ralf Kossack ist ein vor einigen Jahren aus Frankfurt zugezogener Neubürger der Gemeinde. Er hat wegen eines vermeintlichen Krampfes die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Doch niemand will ihm glauben. Nicht nur für die Hansens, die Eltern des toten Mädchens, für ganz Bredesen ist er ein Mörder. Und nicht nur für ihn, auch für seine Frau und seine beiden Söhne wird das Leben in dieser offen feindseligen Umgebung zur Hölle. Der alltägliche Terror gegen ihn und seine Familie nimmt stetig zu, bis der Unfallfahrer selbst tot in seinem Garten liegt. War es ein Unfall oder ein Fall von Lynchjustiz? Die junge ortsansässige Polizistin Sonja Paulsen muss unter langjährigen Freunden und Nachbarn ermitteln ...

Martin Enlen, der sich mit Werken wie "Gefährliche Gefühle", "Schuld und Rache" oder "Tatort - Bevor es dunkel wird" einen Namen als Krimi-Spezialist gemacht hat, drehte nach "Der Tote am Strand" (2006) erneut vor der prächtigen Kulisse der Ostseeküste. Mit prominenter Besetzung entstand ein Krimidrama mit Lokalkolorit, das allerdings kaum spannend ist. Dies liegt vor allem an dem allzu vorhersehbaren Drehbuch von Jürgen Werner ("Tatort - Alter Ego", "Tatort - Mein Revier"), mit dem Enlen 2010 bereits das Geschichtsdrama "Masserberg" realisiert hatte.

Foto: ZDF/Volker Roloff