Vorweihnachtszeit: Rainer Wenisch bietet seiner Ex-Frau Kirstin Geld, wenn sie bereit ist, für ein Wochenende mit den beiden Kindern zu ihm zurückzukehren. Denn er will seinem Vater, der nach vielen Jahren aus Chile zu Besuch kommt, um jeden Preis eine heile Familie vorspielen. Doch Kirstin möchte nichts mehr mit ihrem Ex-Mann zu tun haben. Im Affekt tötet Wenisch Kirstin. Ohne sich weiter damit aufzuhalten, dass er einen Mord begangen hat, verfolgt Rainer Wenisch seinen einsamen Plan. Er holt seinen zwölfjährigen Sohn Leo aus der Schule und seine kleine Tochter Natascha aus dem Kindergarten ab und erzählt den Kindern, ihre Mutter sei auf einer Dienstreise in Rom. Um seine Vorstellung von einer perfekten Familie zu inszenieren, engagiert er schließlich sogar eine Prostituierte, die für dieses Wochenende die Mutterrolle spielen soll ...

Regisseur Jobst Oetzmann ("Die Einsamkeit der Krokodile", "Delfinsommer") beschäftigt sich in dieser "Tatort"-Episode um das Münchner Ermittler-Duo mit einer leider allzu oft entstehenden Problematik: die Gefahr einer so genannten erweiterten Selbsttötung. Die liegt immer dann vor, wenn Eltern oder Elternteile Familienangehörige aus reiner Verzweiflung oder in einer Kurzschlussreaktion töten, bevor sie sich selbst das Leben nehmen. Nach dem Buch von Christian Limmer ("Unter Verdacht - Atemlos", "Tatort - Liebeswirren") inszeniert, überzeugt hier Christian Berkel als Vater, der seine Ex-Frau umbringt, ohne jede Regung zu zeigen. Da er mit seiner Kindern untertaucht, schweben auch diese in großer Gefahr. "Schwarzer Advent" war der erste von mehreren Fällen, die Oetzmann mit Nemec und Wachtveitl drehte.

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